Unsere Geschichte
Kirchenchor St. Matthäus Bichtlingen
Die erste Erwähnung des Bichtlinger Kirchenchores geht auf das Jahr 1829 zurück, wo in einem Kirchenvisitationsbericht der Erzdiözese Freiburg erwähnt wird, dass ein Chor das Amt begleitet. Dieser Chor bestand jedoch nicht als gemischter Chor wie man ihn heute kennt, sondern lediglich aus einer Frauenschola. Diese Tatsache wird in einem weiteren Bericht von 1856 bestätigt, wo von einem mittelmäßigen Gesang einiger Frauen berichtet wird. Als „noch befriedigend“ wird der Chorgesang in einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1905 bewertet.
Das Repertoire des Bichtlinger Chores bestand bis anfang des 19. Jht. überwiegend aus einstimmigen, lateinischen Choralämtern und Messen.
Erst mit der Gründung des Gemischten Chores vor etwa 100 Jahren, dessen Gründungsdatum allerdings nicht bekannt ist, wurde in Bichtlingen erstmals vierstimmige Chormusik gesungen. Während des zweiten Weltkriegs übernahmen jedoch die Frauen wieder den Chorgesang, da ein Großteil der Männerstimmen zum Kriegsdienst eingezogen wurden.
Nach den Kriegswirren und den schwierigen Nachkriegsjahren trat dann an Weihnachten 1946 wieder der neu gegründete, gemischte Chor auf, allerdings mit nur vier Männerstimmen, da nicht alle Sänger aus dem Krieg heimgekommen sind.
In einem Schriftführerbericht von 1946 wird unter anderem festgestellt: „Von den ehemaligen Sängern sind leider nicht alle aus dem Kriege heimgekehrt. So sahen wir als Heimkehrer unsere Aufgabe und unseren Dank, im Kirchenchor zur Ehre Gottes zu singen.“ Die Zahl der Aktiven bewegte sich in den letzten 50 Jahren zwischen 23 und 28 Mitgliedern. Ein herausragendes Ereignis für den Chor und die ganze Pfarrgemeinde war sicherlich der Bau und die Einweihung der neuen Kirche im Jahr 1952 und die Weihe der neuen Orgel im Jahr 1957.
Seine heutige Vereinsstruktur bekam der Kirchenchor Bichtlingen erst im Jahr 1971, wo in der ersten Jahreshauptversammlung Alfred Stengele als Vorsitzender gewählt wurde. Als Schriftführer wurde Werner Heinemann und als Kassiererin Annemarie Strobel bestimmt. Zuvor wurden diese Ämter vom jeweiligen Chorleiter, der auch zugleich Lehrer und Organist war, ausgeführt.
Leider drohte durch eine scheinbar unüberwindbare Krise im Jahr 1997 dem Chor eine Auflösung. Da sich in den vergangenen 4 Jahren die Mitgliederzahlen auf 12 reduzierte, war der Chor praktisch nicht mehr singfähig. Man überlegte, wie es weitergehen sollte und entschloss sich schließlich, bei den benachbarten Chören nachzufragen, inwieweit ein gemeinsamer Chor in Frage kommen würde. Die beiden Chöre aus Bichtlingen und Rast einigten sich, versuchsweise zusammen zu proben.
Kirchenchor Bichtlingen 1930
1. Reihe v.l.: Josefine Stengele, Frieda Schatz, Chorleiter Richard Traub, Albertine Traub, Franziska Stengele, 2. Reihe: Berta Stump, Frieda Haas, Hermine Hensler, Vinzenz Gabele, Maria Haas, Elisabeth Walk, Hedwig Stengele, Josefine Nothelfer, Sebastian Stengele, Georg Stengele, 3. Reihe: Berta Hensler, Wilhelm Hensler, Anton Stump, Josef Höre
Kirchenchor Bichtlingen 1948
1. Reihe v.l.: Gertrud Walk, Gertrud Baier, Maria Renz, Anna Gabele, Annemarie Stadler, 2. Reihe: Hedwig Traub, Klothilde Hänßler, Margot Stengele, Anton Mors, 3. Reihe: Maria Hensler, Wilhelm Greinacher, Albertine Traub, Chorleiter Lehrer Richard Traub, Wilhelmine Stengele, Helga Stengele, Lina Henser, 4. Reihe: Irmgard Stengele, Gertrud Hensler, Anna Hensler, Anton Gabele, Alfred Stengele, 5. Reihe: Edmund Hensler, Franz Strobel, Vikar Müller, Anton Hensler, Rudi Traub, Mesner Müller, Robert Häusler, Bernhard Waldenspuhl
Kirchenchor Bichtlingen 1987
1. Reihe: v.l. Dirigent Michael Lingner, Ida Restle, Petra Vögtle, Maria Stengele, Karin Lilienthal, Karola Sieger, Michael Muffler, 2. Reihe: v.l. Werner Heinemann, Barbara Kugler, Irmgard Hensler, Annemarie Strobel, Maria Singler, Gertrud Lilienthal, Tobias Lilienthal, 3. Reihe v.l. Franz Müller, Paul Schall, Helmut Renz, Erika Riegger, Anton Hensler, Martha Heinemann, Hubert Strobel, Horst Späth
Kirchenchor Rast im Jahr 1930
Reihe v.l.: Rosa Längle, Lina Abreder, Maria Hensler, Elisabeth Gabele, Maria Tscholl, Hilda Berger, Chorleiter Lehrer Anton Greinacher, Luise Längle, Rosa Strittmatter, Anna Gabele, Maria Häuptle, Olivia Matheis, Anna Walk, Luise Kauth, Lena Berger, 2. Reihe: Werner Schmid, Theodor Häuptle, Robert Kauth, Josef Walk, Hermann Abreder, Robert Hahn, Anton Maier, Fritz Burth, Konrad Renz, Johann Binder
Musikfest 1963 im Festzelt
Erkennbare Personen: hintere Reihe v. r.: Karl Stadler, Hermann Halder, mittlere Reihe: Rita Binder, Rosa Schellinger, Josef Burth, vordere Reihe: Monika Hahn, Barbara Kugler, Friedlinde Burth, Dirigent Herbert Burth
Kirchenchor Rast im Jahr 1989
1 Reihe v.l.: Ursula Burth, Birgit Reichle, Heike Burth, Herbert Burth, Monika Burth, Elisabeth Häuptle, Maritta Ott-Stadler, 2. Reihe: Barbara Burth, Cordula Burth, Renate Walk, Priska Schafheutle, Susanne Längle, Anna Längle, Gabriele Matheis, Margarethe Utz, 3. Reihe: Karin Häuptle, Martin Längle, Ewald Schellinger, Anton Schober, Egon Straub, Georg Längle, Berthold Matheis, Fridolin Binder (auf dem Bild fehlt: Maria Grömminger)
Kirchenchor St. Michael Rast
Wie in vielen ländlichen Gemeinden dürfte auch der Raster Kirchenchor Anfang des 17. Jh. gegründet worden sein. Die erste Erwähnung des Kirchenchores geht aus einem Visitationsbericht aus dem Jahr 1828 hervor. Dort wird unter anderem vom Erzbischöfl. Ordinariat beklagt, dass der Kirchengesang des Chores weltliche und theatralische Lieder umfasst und diese Lieder nicht der heiligen Liturgie würdig seien. Bei diesem Chor handelte es sich jedoch nicht um einen vierstimmig gemischten Chor, wie man ihn heute kennt. Zu dieser Zeit bestanden viele Chöre höchstens aus 5-10 Mitgliedern. In weiteren Berichten aus den Jahren 1851, 1905 und 1912 wird ebenfalls das Bestehen eines Chores bestätigt.
In den Jahren 1905 und 1912 werden die Leistungen des Chores als „befriedigend“ bezeichnet. Das Bestehen des Kirchenchores Anfang des 20. Jh. bestätigen zudem zwei Mitgliederverzeichnisse aus den Jahren 1931 und 1948. Im Jahr 1957 wird von einem stolzen Mitgliederstand von 30 Sängerinnen und Sängern berichtet.
Während des 2. Weltkriegs musste auch der Raster Kirchenchor auf seine Männerstimmen verzichten, da ein Großteil der männlichen Bevölkerung zum Kriegsdienst eingezogen wurde. Während den Kriegsjahren wurde der Kirchengesang deshalb lediglich von ein paar Frauen weitergeführt. Nach Kriegsende wurde dann ab dem Jahr 1945 endlich wieder in gewohnter Weise als gemischter Chor gesungen, wenn auch die Besetzung anfangs sehr spärlich war.
In den kommenden Jahren erlebte der Raster Kirchenchor einen Höhepunkt in seiner Vereinsgeschichte. Die Zahl der Sängerinnen und Sänger stieg an bis auf 30 Mitglieder. Im Jahr 1960 wurde in der ersten Jahreshauptversammlung eine Vorstandschaft gewählt, die sich künftig um die Belange des Chores einsetzen sollte. Als erster Vorsitzender wurde Robert Hänsler gewählt. Ein weiteres herausragendes Ereignis für den Chor war sicherlich der Kirchenumbau 1986 und der lang ersehnte Orgelneubau im Jahr 1987.
Die allgemeinen, gegenwärtigen Nachwuchsprobleme der Chöre machte leider auch dem Raster Chor zu schaffen. Als sich deshalb im Jahr 1997 die Zahl der Aktiven auf gerade noch 15 Mitglieder verringerte, machte man sich Gedanken, wie es weitergehen soll. Nach intensiven Gesprächen mit den Nachbarchören waren sich die beiden Kirchenchöre aus Rast und Bichtlingen einig, versuchsweise als Chorgemeinschaft aufzutreten.
Kirchenchor Rast-Bichtlingen
Der Kirchenchor Rast-Bichtlingen besteht als Chorgemeinschaft seit dem Jahr 1997. In diesem Jahr schlossen sich die bis dahin eigenständigen Kirchenchöre der Pfarrgemeinden St. Michael Rast und St. Matthäus Bichtlingen aufgrund personeller Engpässe zusammen. Beide Chöre können bereits auf eine bewegte und traditionsreiche, nahezu 200-jährige Geschichte zurückblicken und prägten über Generationen hinweg das kirchliche und kulturelle Leben ihrer Gemeinden. Dieser Schritt erwies sich als wegweisend: Aus zwei traditionsreichen Chören entstand eine starke Gemeinschaft, die bis heute das musikalische Leben bereichert.
Unter der Leitung von Volker Nagel entwickelte sich der Kirchenchor Rast-Bichtlingen zu einem großen und leistungsfähigen Chor. Die Hauptaufgabe des Chores liegt in der feierlichen musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und kirchlichen Hochfesten. Darüber hinaus zählen Konzerte mit geistlicher ebenso wie mit weltlicher Chormusik zu den besonderen Höhepunkten des Chorjahres.
Das Repertoire des Kirchenchors Rast-Bichtlingen ist so vielseitig wie seine Mitglieder selbst. Es reicht von klassischer Chorliteratur über Neue Geistliche Lieder bis hin zu Werken aus der Musical-, Rock- und Popszene. Regelmäßig wird der Chor dabei von verschiedenen Instrumentalensembles und Solisten unterstützt. So verbindet der Kirchenchor Rast-Bichtlingen Tradition und Offenheit für Neues – getragen von der Freude am gemeinsamen Singen und dem Engagement seiner Sängerinnen und Sänger.
Kirchenchor Rast-Bichtlingen 2004
Kirchenchor Rast-Bichtlingen 2025
Konzert im alten Gemeindesaal Sauldorf 2002
Chorfreizeit Burg Wildenstein 2006
Katholikentag Mannheim 2012
Musical „Die Schöne und das Biest“ 2017
Internationales Chorfestival der Pueri Cantores in München 2025
Kinder-, Jugend- & Kammerchor
Unsere Entstehungsgeschichte – mit Herz und Stimme gewachsen
Was im Jahr 2000 klein begann, ist heute eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit mit vielen strahlenden Stimmen und bewegenden Momenten. Unsere Geschichte ist geprägt von Begeisterung für Musik, engagierter Chorleitung und dem festen Glauben daran, dass Singen junge Menschen stark macht.
Die Anfänge
Im Jahr 2000 wurde der Kinderchor mit zwei Gruppen unter dem Namen „Schräge Töne“ gegründet. Schon damals war die Idee klar: Kindern einen Raum zu geben, in dem sie ihre Stimmen entdecken, Gemeinschaft erleben und Freude an der Musik entwickeln können.
Fünf Jahre später, 2005, folgte der nächste wichtige Schritt: Die Gründung des Jugendchores „Sunflowers“. Damit wurde jugendlichen Sängerinnen und Sängern die Möglichkeit gegeben, ihre musikalische Entwicklung fortzusetzen und anspruchsvollere Literatur zu erarbeiten.
Ein gemeinsamer Name – eine gemeinsame Vision
Im Jahr 2009 wurden unser Kinder- und Jugendchor unter einem neuen Namen vereint: Kinder- & Jugendchor „laut-los!“.
Der Name steht bis heute für unsere Vielfalt – für leise, berührende Momente ebenso wie für kraftvolle, mitreißende Klänge.
Wachsen mit den Jüngsten
Um die Freude am Singen noch früher zu wecken, wurde 2012 die Gruppe MINIS gegründet – für Kinder ab dem Kindergartenalter. Hier sammeln die Kleinsten ihre ersten musikalischen Erfahrungen und entdecken spielerisch Rhythmus, Bewegung und Stimme.
Ein weiterer Meilenstein
Im Jahr 2020 entstand mit dem Kammerchor tonART ein weiteres Ensemble – speziell für junge Erwachsene, die auch nach ihrer Zeit im Jugendchor anspruchsvolle Chormusik auf hohem Niveau singen möchten. Damit bietet unsere Chorfamilie heute eine durchgängige musikalische Heimat vom Kindergartenalter bis ins junge Erwachsenenalter.
Unsere Highlights
Neben zahlreichen Konzerten und Gottesdiensten durften wir viele besondere musikalische Höhepunkte erleben.
Große Musicalproduktionen wie „Der kleine Tag“, „Der König der Löwen“, „Die 10 Gebote“, „Peter Pan“ und „Die Schöne und das Biest“ haben unser Publikum begeistert und unseren Sängerinnen und Sängern unvergessliche Bühnenerfahrungen geschenkt.
Auch besondere Ereignisse außerhalb unserer Heimat bleiben in Erinnerung: die Fahrt zum Katholikentag in Mannheim, Chorreisen nach Berlin und Köln, Chortreffen in Sonthofen und Sigmaringen, sowie die Teilnahme am Internationalen Pueri Cantores Treffen in München.
Solche Begegnungen stärken nicht nur die musikalische Qualität, sondern auch den Zusammenhalt und die Freundschaften innerhalb des Chores.
Warum ein Kinder- und Jugendchor?
Die Gründung unseres Chores war von einer klaren Überzeugung getragen:
- Singen fördert die geistige, schulische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
- Singen ist gesund und belebt Körper und Seele – das belegen zahlreiche unabhängige Studien.
- Junge Menschen entdecken und entfalten ihre Talente und Fähigkeiten.
- Der Chor bietet Nachwuchsförderung und eine sinnvolle, erfüllende Freizeitbeschäftigung in einer starken Gemeinschaft.
Musik verbindet – über Altersgrenzen hinweg. Was 2000 mit zwei Gruppen begann, ist heute eine lebendige Chorfamilie, die Generationen verbindet und mit jeder Probe, jedem Konzert und jeder Begegnung weiterwächst.
Schola Gregoriana
Im Jahr 2007 wurde die Schola „Gregoriana“ gegründet – aus dem Wunsch heraus, der älteren geistlichen Musik und insbesondere dem Gregorianischen Choral einen festen Platz im musikalischen Leben unserer Gemeinde zu geben.
Von Beginn an war klar: Manche Werke entfalten ihre besondere Wirkung nicht in großer Besetzung, sondern in einem kleineren, ausgewählten Ensemble. Genau hier liegt die Stärke einer Schola.
Vor allem die Gregorianik lebt von Schlichtheit, gemeinsamer Atmung und innerer Sammlung. Als eine der ältesten Formen abendländischer Kirchenmusik ist sie zugleich musikalisches Erbe und lebendige Glaubenssprache. Die Schola „Gregoriana“ widmet sich bewusst dieser Tradition, pflegt sie und lässt sie in Gottesdiensten und Konzerten neu erfahrbar werden.
Besondere Höhepunkte
Seit ihrer Gründung durfte die Schola „Gregoriana“ zahlreiche musikalische Akzente setzen. Zu den besonderen Highlights zählen: die Mitwirkung bei den Kulturtagen in St. Ulrich, ein Konzert auf der Insel Mainau, sowie die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Camille Saint-Saëns. Diese Projekte zeigen die stilistische Vielfalt der Schola: von der einstimmigen Gregorianik bis hin zu romantischer Chormusik.
Die Schola „Gregoriana“ bereichert seit 2007 das kirchenmusikalische Leben als kleines, klanglich fein abgestimmtes Ensemble. Sie verbindet Tradition und Gegenwart, Schlichtheit und Ausdruck – und macht die spirituelle Tiefe der älteren Musik immer wieder neu erlebbar.
Kulturtage in St. Ulrich 2011
Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saëns in Beuron 2024